Bitcoin ist nun seit 73 Tagen innerhalb einer klar definierten Spanne zwischen 80.500 $ und 95.000 $ komprimiert. Der seitwärts gerichtete Markt war auch durch ungewöhnlich geringe Liquidität gekennzeichnet, insbesondere im Vergleich zu traditionell weniger volatilen Vermögenswerten wie Gold und Silber.
Die Marktstimmung ist seit dem Liquidationsereignis vom 10. Oktober düster, und diese enge Zone mit gedämpfter Preisbewegung hat unter den Marktteilnehmern ein Gefühl der Apathie hervorgerufen. Allerdings senden Volatilitätsindikatoren Signale aus, dass dieses Maß an Kompression historisch selten ist und oft scharfen Richtungsbewegungen vorausgeht, da Märkte dazu neigen, längere Ruheperioden durch Expansion aufzulösen.
Bitcoin wird oft mit seiner immensen Volatilität in Verbindung gebracht und bleibt dies auch auf absoluter Basis. Im Laufe der Zeit ist jedoch der Grad der Volatilität dramatisch gesunken, da BTC zu einem reiferen, institutionell akzeptierten Vermögenswert mit tieferer Liquidität wird. Tatsächlich ist es auf volatilitätsbereinigter Basis zunehmend mit bestimmten Mega-Cap-Technologieaktien wie Nvidia, Tesla und Meta vergleichbar.
Quelle: Ishares
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes liegt Bitcoins annualisierte Volatilität bei 34,06 %, deutlich unter den dreistelligen Werten, die sie noch vor nicht allzu langer Zeit aufwies.
Bemerkenswert ist, dass sich Bitcoins historische Volatilität kurzfristig weiter verschärft, während der Preis in der engen Spanne eingeschränkt bleibt. Dies spiegelt sich in der 30-Tage-realisierten Volatilitätsmetrik wider, die die Standardabweichung der täglichen BTC-Renditen über ein rollendes 30-Tage-Fenster misst und das Ergebnis annualisiert.
Seit dem 16. November letzten Jahres, als BTC in die aktuelle Spanne eintrat, ist diese 30-Tage-realisierte Volatilität von 2,06 % auf 1,66 % gesunken. Lange Perioden der Volatilitätsunterdrückung wie diese sind für Bitcoin historisch ungewöhnlich, was dies besonders bemerkenswert macht, nicht wegen dessen, was bereits passiert ist, sondern wegen der Wahrscheinlichkeit einer Volatilitätsexpansion und Richtungsauflösung, die typischerweise nach einer längeren Flaute auftritt.
Ein weiterer Indikator, der die anhaltende Kompression verstärkt, ist Bitcoins Sharpe-Quotient (Sharpe-Ratio), der risikobereinigte Renditen misst, indem er Überrenditen mit realisierter Volatilität vergleicht. Einfach ausgedrückt sagt er uns, ob die Volatilität, die Anleger eingehen, durch Renditen angemessen kompensiert wird.
Wie im Diagramm gezeigt, ist Bitcoins Sharpe-Quotient (Sharpe-Ratio) erneut auf Niveaus gefallen, die historisch mit wichtigen Markttiefs verbunden sind. Diese Tiefpunkte treten typischerweise auf, wenn die Volatilität im Verhältnis zu den Renditen erhöht bleibt oder wenn die Renditen stagnieren, während die Volatilität schrumpft – beides Merkmale von Konsolidierungen im Spätstadium und Stimmungserschöpfung.
Was hier wichtig ist, ist der Kontext. Niedrige Sharpe-Quotient (Sharpe-Ratio)-Werte markieren keine präzisen Tiefpunkte und schließen auch keine weiteren Abwärtsbewegungen aus. Während des Bärenmarktes 2022 blieb Bitcoins Sharpe-Quotient (Sharpe-Ratio) über längere Zeiträume tief gedrückt, selbst als der Preis weiter nach unten mahlte. Diese Regime fielen jedoch konsequent mit Risiko-Ertrags-Neubewertungen zusammen, bei denen die Abwärtsdynamik nachlässt und der Markt sich von impulsivem Trendverhalten entfernt.
Zusammen mit historisch niedriger realisierter Volatilität und anhaltender spannengebundener Preisbewegung fügt der gedrückte Sharpe-Quotient (Sharpe-Ratio) eine weitere Beweisebene hinzu, dass Bitcoin in einem komprimierten, überzeugungsarmen Umfeld operiert. Diese Bedingungen ziehen tendenziell Aufmerksamkeit auf sich, nicht weil sie eine sofortige Umkehr garantieren, sondern weil sie einen Markt widerspiegeln, in dem die Volatilität lange genug unterdrückt wurde, dass die Wahrscheinlichkeit eines Regimewechsels zu steigen beginnt.
Anhaltend enge Spannen ermöglichen es tendenziell, dass sich Liquidität und Positionierung unter der Oberfläche leise aufbauen, und dies spiegelt sich deutlich in der 1-Wochen-BTC-Liquidationsheatmap wider. Auf der Oberseite ist eine dichte Konzentration von Liquidationsliquidität zwischen 91.500 $ und 93.000 $ sichtbar, was auf einen Aufbau von Short-Positionierung hindeutet, die noch getestet werden muss.
Auf der Unterseite sind Liquiditätscluster zwischen 88.000 $ und 86.000 $ deutlich dicker, mit zusätzlicher Tiefe, die sich in Richtung der mittleren 85.000 $ erstreckt, was auf gehebelte Long-Exposition hindeutet, die sich unterhalb der Spanne ansammelt.
Während der Preis weiterhin ohne Auflösung oszilliert, werden diese Zonen konzentrierter, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine entscheidende Bewegung kaskadierende Liquidationen auslösen wird, sobald eine der Grenzen durchbrochen wird. In diesem Zusammenhang ermöglicht die enge Spanne, dass sich Hebelwirkung und Liquidität asymmetrisch stapeln, was die Bühne für verstärkte Folgewirkung bereitet, wenn der Preis letztendlich der Konsolidierung entkommt.
Der erste Bereich, der eine positive Trendumkehr für BTC nahelegen würde, wäre die Rückeroberung der aufsteigenden Trendlinie innerhalb des Parallelkanals. Diese höhere Tiefformation war vom 21. November bis zu einem Strukturbruch am 20. Januar aktiv. Eine Rückeroberung und ein erneuter Test dieser Zone mit hohen Volumina würden eine Trendverschiebung nahelegen, aber eine anhaltende Ablehnung auf diesem Niveau würde implizieren, dass Verkäufer die Kontrolle behalten.


