Der jüngste Kursrutsch kam nicht schleichend, sondern mit hoher Geschwindigkeit. Innerhalb kurzer Zeit wurden Milliarden US-Dollar an Long-Positionen liquidiert, als wichtige Unterstützungen brachen. Besonders im Derivatemarkt entlud sich der Druck, nachdem zu viele Marktteilnehmer auf weiter steigende Kurse gesetzt hatten.
Solche Liquidationskaskaden verstärken Abwärtsbewegungen zusätzlich, da Positionen zwangsweise geschlossen werden und Verkaufsdruck erzeugen. Der schnelle Fall auf 60.000 US-Dollar ist daher weniger das Ergebnis einzelner Verkäufe, sondern Ausdruck eines überladenen Marktes.
Bitcoin-Kurs in den letzten 7 Tagen auf Coinmarketcap
Parallel zum Kursverfall ist die Stimmung am Kryptomarkt massiv gekippt. Der Fear-and-Greed-Index ist auf ein Niveau gefallen, das zuletzt nur in ausgeprägten Stressphasen zu beobachten war. Angst dominiert das Marktgeschehen, viele Marktteilnehmer rechnen mit weiter fallenden Kursen.
Solche Phasen sind psychologisch geprägt von Kapitulation. Anleger geben Positionen auf, nicht aus Überzeugung, sondern aus Erschöpfung. Genau dieses Umfeld ist typisch für Marktphasen, in denen der Verkaufsdruck seinen Höhepunkt erreicht.
Fear and Greed Index
Ein Blick auf zyklische On-Chain-Modelle hilft, die aktuelle Lage einzuordnen. Marktzyklus-Indikatoren teilen den Bitcoin-Kurs grob in drei Phasen ein:
Zunächst die Distribution, wenn Euphorie herrscht. Danach die Kapitulation, in der der Kurs unter zentrale Durchschnittswerte fällt und Panikverkäufe einsetzen. Anschließend folgt die Akkumulationsphase, in der sich Angebot und Nachfrage allmählich wieder ausgleichen.
Bitcoin Marktzyklus Indikator
Aktuell befindet sich Bitcoin genau in diesem Übergangsbereich. Der starke Rückgang, das negative Sentiment und die hohen Liquidationen sprechen für eine fortgeschrittene Kapitulationsphase. Gleichzeitig zeigen zyklische Bewertungszonen, dass sich Bitcoin in einem Bereich bewegt, der in früheren Marktphasen häufig von langfristigen Käufern genutzt wurde, auch wenn dies nicht zwingend den exakten Tiefpunkt markiert.
Wichtig ist dabei: Akkumulation bedeutet nicht sofortige Trendwende. Oft geht ihr eine Phase seitwärts oder weiterer Schwankungen voraus, bevor sich eine nachhaltige Erholung etabliert.
Die aktuelle Erholung vom Tief bei 60.000 US-Dollar deutet darauf hin, dass erste Käufer wieder aktiv werden. Dennoch bleibt Vorsicht angebracht. Solange das Vertrauen nicht zurückkehrt und Liquidität fehlt, kann jede Erholung fragil bleiben. Gleichzeitig zeigt die Marktstruktur, dass viele schwache Hände bereits aus dem Markt gedrängt wurden. Genau das schafft oft die Grundlage für eine spätere, stabilere Aufwärtsbewegung.
Der Bitcoin-Kurs hat eine heftige Bereinigung erlebt. Massive Liquidationen, extrem negatives Sentiment und ein schneller Absturz auf 60.000 US-Dollar sprechen für eine ausgeprägte Stressphase. Gleichzeitig deuten Marktzyklus-Signale darauf hin, dass sich Bitcoin in einem Bereich bewegt, in dem der Verkaufsdruck nachlassen kann. Ob daraus bereits eine nachhaltige Erholung entsteht oder zunächst weitere Schwankungen folgen, bleibt offen. Klar ist jedoch: Solche Phasen markieren selten das Ende eines Zyklus, oft sind sie der Punkt, an dem sich der Markt neu sortiert.

