Ein zweites Treffen im Weißen Haus zwischen großen US-Banken und führenden Krypto-Unternehmen endete ohne Einigung über Stablecoin-Erträge, sodass eine der umstrittensten Fragen in der US-Regulierung digitaler Vermögenswerte ungelöst bleibt.
Die Sitzung am 10.02 unter der Leitung von Patrick Witt, Executive Director des President's Crypto Council, konzentrierte sich auf die Frage, ob Stablecoin-Emittenten Erträge oder Belohnungen an Inhaber anbieten dürfen sollten.
Während die Teilnehmer die Gespräche als detaillierter als frühere Diskussionen beschrieben, wurde kein Kompromiss erzielt. Das Ergebnis hält den vorgeschlagenen Digital Asset Market Clarity Act von 2025, bekannt als CLARITY Act, weiterhin im Senate Banking Committee fest.
Im Kern der Meinungsverschiedenheit steht die Frage, ob Stablecoin-Belohnungen Bankzinsen ähneln und, wenn ja, ob sie ähnlichen Beschränkungen unterliegen sollten.
Bankenvertreter von Goldman Sachs, JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo, Citi, PNC und U.S. Bank argumentierten, dass ertragsbringende Stablecoins großflächige Einlagenabflüsse aus traditionellen Banken auslösen könnten.
Banken präsentierten eine schriftliche Reihe von "Verbotsprinzipien", die ein Verbot "jeglicher Art von finanzieller oder nicht-finanzieller Gegenleistung" forderten, die Stablecoin-Inhabern angeboten wird. Sie behaupten, dass die Zulassung solcher Belohnungen die Kreditvergabekapazität untergraben und das traditionelle Einlagenmodell stören könnte.
Krypto-Unternehmen, darunter Coinbase, Ripple, a16z, Paxos und die Blockchain Association, wehrten sich. Sie argumentieren, dass Stablecoin-Belohnungen ein Kernmerkmal der On-Chain-Finanzierung sind und für einen fairen Wettbewerb mit traditionellen Finanzprodukten notwendig sind.
Branchenvertreter sagten auch, dass übermäßig restriktive Regeln Innovationen verlangsamen oder Aktivitäten außerhalb der Vereinigten Staaten treiben könnten.
CLARITY Act bleibt in der SchwebeDie Debatte über Stablecoin-Erträge ist zu einem zentralen Hindernis für den CLARITY Act geworden, der darauf abzielt, die regulatorische Aufsicht für digitale Vermögenswerte zu definieren und die Rollen der SEC und der CFTC zu klären. Der Gesetzentwurf wurde 2025 im Repräsentantenhaus verabschiedet, ist aber aufgrund ungelöster Bedenken hinsichtlich der Stablecoin-Regulierung im Senat nicht vorangekommen.
Obwohl die Banken eine feste Haltung beibehielten, stellten die Teilnehmer einen Tonwechsel fest. Zum ersten Mal signalisierten Bankenvertreter eine begrenzte Offenheit für die Diskussion potenzieller Ausnahmen für transaktionsbasierte Belohnungen. Allerdings bleiben Meinungsverschiedenheiten darüber, was als "zulässige Aktivitäten" gilt, ungelöst.
Das Weiße Haus hat beide Seiten aufgefordert, bis zum 01.03 eine Einigung zu erzielen, um die legislative Dynamik aufrechtzuerhalten. Weitere Diskussionen werden in den kommenden Tagen erwartet, obwohl unklar ist, ob vor der Frist ein weiteres umfassendes Treffen stattfinden wird.
Bis ein Kompromiss erreicht wird, bleiben die Stablecoin-Regulierung und eine umfassendere Reform der US-Kryptomarktstruktur in der Warteschleife.
Titelbild in ChatGPT, BTCUSD-Chart auf Tradingview


