Consensus Hong Kong 2026 war, laut vielen Meinungen, eine RWA-Konferenz, die eigentlich von Krypto-Themen handelte. Auf den Hauptbühnen, bei NebenveranstaltungeConsensus Hong Kong 2026 war, laut vielen Meinungen, eine RWA-Konferenz, die eigentlich von Krypto-Themen handelte. Auf den Hauptbühnen, bei Nebenveranstaltunge

Der RWA-Krieg: Stablecoins, Tempo und Kontrolle

2026/02/18 14:00
6 Min. Lesezeit

Consensus Hong Kong 2026 war, laut vielen Meinungen, eine RWA-Konferenz, die eigentlich von Krypto-Themen handelte. Auf den Hauptbühnen, bei Nebenveranstaltungen und in Sponsor-Panels stand die Tokenisierung von realen Vermögenswerten im Mittelpunkt – allerdings anders als noch im letzten Jahr.

Präsentationen machen nun echten Diskussionen über Aufbau, Vorschriften und die Probleme, die Tokenisierung wirklich löst, Platz.

Stablecoins sind RWAs – jetzt herrscht Einigkeit in der Krypto-Community

Ein wichtiger Punkt war: Das erfolgreichste RWA existiert bereits. „Das erfolgreichste RWA ist USDT”, sagte CJ Fong, Managing Director und Leiter für APAC und EMEA-Vertrieb bei GSR, in einer Diskussion auf der Hauptkonferenz.

Bei einem Event von Gate sprach Chunda McCain, Mitgründer von Paxos Labs, über die steigende Nachfrage nach PAXG, dem mit Gold besicherten Token ihrer Firma. Er meinte, dass Stablecoins nun auch auf Rohstoffe und Staatsanleihen ausgeweitet werden, nicht mehr nur auf Dollar. Paxos hat im Dezember die OCC-Genehmigung in den USA bekommen und ist auch in Singapur, Finnland und Abu Dhabi reguliert. Die Strategie: Stablecoins und tokenisierte Werte wachsen immer mehr zusammen.

Brian Mehler, CEO der Zahlungs-Blockchain Stable, betonte das auch aus Sicht der Infrastruktur. Das USDT Zero System seines Unternehmens entfernt alle Gas-Gebühren. Wenn man 100 USDT sendet, kommen 99,999 USDT an. Beim Stablecoin Odyssey Event verglich Mehler das Ziel mit Swift: Die Nutzer sollen nicht merken, dass sie eine Blockchain nutzen.

Das bedeutet: Die Grenze zwischen Stablecoins und RWA ist zunehmend künstlich. Stablecoins werden immer öfter mit Staatsanleihen, Gold und strukturierten Produkten gedeckt, RWA-Plattformen nutzen USDC für die Abrechnung. So verschmilzt beides zu einer einzigen tokenisierten Finanzschicht.

Architektur-Krieg: Permissioned Chains gegen Permissionless Chains – welche setzt sich durch?

Den größten Streit auf der Konferenz gab es zwischen zwei Unternehmen, die eigentlich das Gleiche machen.

Beim Gespräch auf der Hauptbühne „Tokenizing the Planet” stellten Graham Ferguson, Head of Ecosystem bei Securitize, und Min Lin, Managing Director Global Expansion bei Ondo, ganz unterschiedliche Ideen vor.

Securitize setzt auf direkte Token-Ausgabe im erlaubnispflichtigen Rahmen. Ferguson sagte, dass sogenannte Wrapper-Modelle – dabei wird ein bestehender Wert außerhalb der Chain als Token dargestellt – Distanz zwischen Wert und Anleger schaffen und so den Schutz verringern. Weil BlackRocks BUIDL-Fonds ein Vermögen von über einer Mrd. USD verwaltet, zeigte er so die Vorteile von regulierten On-Chain-Wertpapieren mit eingebauter Ordnung auf.

Ondo hingegen nutzt offene, erlaubnisfreie Wrapper, die eher auf DeFi-Anwendungen und weltweite Verbreitung setzen. Min Lin sagte, dieses Modell funktioniert schneller mit bestehenden DeFi-Protokollen und entfernt Zwischenhändler. Gerade für Anleger in Asien sei das wichtig. Das Unternehmen will in Hongkong, Singapur und Japan wachsen.

In einem Interview mit BeInCrypto fragte Ferguson, ob Wrapper genug Schutz für Anleger bieten können. Zudem erklärte er, wie Securitize die Zusammenarbeit mit DeFi-Projekten ausbauen will, ohne das erlaubnispflichtige System aufzugeben.

Allerdings ist diese Einteilung schon überholt. Beim RWA-Panel von Stablecoin Odyssey stellte Conflux-CSO Forgiven einen Mischfall vor: Erneuerbare-Energie-Werte werden von einer Finanzfirma vorbereitet und in ein DeFi-Protokoll eingebracht. Es entsteht eine erlaubnisfreie Verteilung eines regulierten RWAs – das passt nicht in die bisherigen Kategorien.

Settlement-Geschwindigkeit: Dieses Argument überzeugt immer wieder

Ein Satz begegnete einem besonders oft auf der Veranstaltung: Das Beste an der Tokenisierung ist nicht Zugang oder Transparenz – sondern die Geschwindigkeit.

Forgiven von Conflux brachte ein Beispiel: Du zahlst USDC ein, bekommst sofort eine Bestätigung. Du möchtest auszahlen, USDC kommt in weniger als einer Stunde zurück. „Schneller als T+0”, meinte er, da traditionelle Abrechnungen oft mehrere Tage dauern.

Mit der Verknüpfbarkeit von On-Chain-Assets geht es noch schneller: Viele Teilnehmer sagten, dass es in klassischen Finanzsystemen unmöglich ist, einen Wert zu kaufen und ihn gleich als Sicherheit zu nutzen. Auf der Chain geht das sofort.

Mehler von Stable zeigte ein Problem aus der Praxis: Bei dem letzten Kursrutsch verdoppelten sich die Transaktionskosten durch schwankende ETH-Gebühren für Firmen, die Stablecoins bewegen. Sein Modell mit festen Kosten für USDT-Transfers verhindert diese Schwankungen – das ist wichtig, wenn Unternehmen jeden Tag Tausende Transaktionen abwickeln.

Physische Assets: Wenn Story und Realität aufeinandertreffen

Beim Edelmetall-Panel von HashKey Cloud gab es einen Realitäts-Check. Ronald Tan, Direktor bei Silver Times Limited, erklärte die Herausforderungen am Silbermarkt: Lagerkosten, Transportprobleme und Ausfuhrbeschränkungen zwischen den USA und China – all das verschwindet nicht, nur weil ein Token ausgegeben wurde.

Das zeigt den Unterschied zwischen finanziellen RWA und physischen RWA. Staatsanleihen und Fondsanteile können sofort übertragen werden, weil sie im Register stehen. Bei Metallen, Energie oder Immobilien muss immer erst geprüft werden, ob der Wert auch wirklich existiert und richtig gelagert ist.

Die PAXG-Erfahrung von Paxos – Gold-Token, die durch Goldbarren in Londoner Tresoren gesichert sind – zeigt: Es kann auch im großen Maßstab funktionieren. Doch McCain gab zu, dass die Firma deutlich mehr Mittel einsetzen muss, um die steigende Nachfrage zu bewältigen. Die Technik für die Tokenisierung von physischen Werten existiert, ist aber recht aufwendig.

Asien wird zum Mittelpunkt der Krypto-Welt

In allen Gesprächen zeigte sich: Asien – vor allem Hongkong – ist das neue Zentrum der RWA-Debatte.

Ondo plant eine Expansion nach Hongkong, Singapur und Japan. Ferguson von Securitize sagte BeInCrypto, dass sein Unternehmen besonders klare Rechtslagen sucht und nannte die gleichen Städte. Paxos besitzt schon eine Lizenz der MAS in Singapur. HashKey, als Veranstalter und Marktteilnehmer, organisierte viele Panels rund um Hongkongs Rolle.

Forgiven von Conflux beschrieb sein Unternehmen als eines der wenigen Blockchain-Projekte aus China mit echten Identitäten. Ihr RWA-Produkt für erneuerbare Energien wurde extra für Hongkong entwickelt.

Die Botschaft ist klar: Während die USA noch über Stablecoin-Gesetze und den Clarity Act debattieren – wie Anthony Scaramucci auf der Consensus betonte – baut Asien schon die Infrastruktur und setzt Maßstäbe.

Darum geht es wirklich

Die Diskussion über RWA bei der Consensus Hong Kong hat gezeigt, dass sich die Branche nicht mehr fragt, ob es eine Tokenisierung geben wird. Nun geht es darum, wie sie umgesetzt wird: mit oder ohne Erlaubnis, auf Finanzwerte oder physische Gegenstände bezogen, zuerst für große Unternehmen oder direkt für Nutzerinnen und Nutzer. Die Antworten unterscheiden sich je nach Anlageklasse, Land und Geschäftsmodell. Zudem entwickeln sich verschiedene Wege, je nachdem, um welche Art von Vermögenswerten es geht.

Die Verbindung zwischen Stablecoins und RWA könnte besonders wichtig werden. Wenn Stablecoins die erfolgreichsten tokenisierten Vermögenswerte sind und immer öfter durch echte Vermögenswerte abgesichert werden, könnte es sein, dass man RWA als eigenen Bereich ab 2026 nicht mehr separat betrachtet. Folglich könnten sich der Markt und die Begriffe deutlich verändern.

Der Beitrag Der RWA-Krieg: Stablecoins, Tempo und Kontrolle erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

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