Polymarket steht in den Niederlanden vor dem Aus, nachdem die Glücksspielbehörde eine offizielle Anordnung erlassen hat. Polymarket darf ohne Lizenz keine Dienste in den Niederlanden anbieten und muss bei Verstößen mit hohen Geldstrafen rechnen.
Diese Entscheidung ist der nächste Schritt in Europas verstärktem Vorgehen gegen die Plattform.
Die Kansspelautoriteit (Ksa), die niederländische Glücksspielbehörde, hat am Freitag eine offizielle Anordnung gegen den Betreiber von Polymarket, Adventure One QSS Inc., erlassen. Die Behörde sagt, Polymarket bietet ohne niederländische Lizenz illegales Glücksspiel an.
Die Behörden haben festgelegt, dass Polymarket eine Strafe von 420.000 EUR pro Woche zahlen muss, falls sie weiter niederländische Nutzer zulassen. Insgesamt kann die Strafe auf bis zu 840.000 EUR steigen, zusätzlich können später noch weitere Strafen für die Einnahmen verhängt werden.
Die Behörde erklärt, dass Prognosemärkte nach niederländischem Recht als Glücksspiel gelten – egal, wie die Plattform sie selbst beschreibt. Außerdem weist sie darauf hin, dass Wetten auf Wahlen komplett verboten sind, auch für Plattformen mit Lizenz.
Wichtig ist, dass die Behörden besonders Polymarkets Aktivitäten rund um die niederländischen Wahlen problematisch finden. Sie warnen, dass Wahlwetten Risiken für die Gesellschaft bringen können, weil sie demokratische Abläufe beeinflussen könnten.
Die Entscheidung der Niederlande folgt einem ähnlichen Vorgehen in Portugal. Dort haben Behörden Polymarket im ganzen Land gesperrt.
Die Behörden in Portugal griffen ein, nachdem es dort viele Wetten rund um die letzten Ergebnisse der Präsidentschaftswahl gegeben hatte.
Mehrere weitere europäische Länder haben ähnlich gehandelt. Italien, Belgien und Rumänien haben den Zugang zu Polymarket gesperrt. Frankreich hat die Wettfunktion eingeschränkt.
Auch Ungarn hat ein Verbot verhängt und beruft sich ebenfalls auf illegales Glücksspiel.
Diese Maßnahmen zeigen, dass sich europäische Behörden immer mehr einig sind. Immer mehr sehen sie Prognosemärkte als Glücksspiel an, wenn diese ohne Lizenz laufen.
Doch der Polymarket-Erfinder Shayne Coplan lehnt diese Einordnung ab. Er sagt, Prognosemärkte seien Finanzinfrastruktur, etwa wie Märkte für Derivate, und nicht Glücksspiel-Plattformen.
Coplan meint, Prognosemärkte helfen dabei, Informationen zu sammeln und echte Ereignisse vorherzusagen. Die Behörden in Europa sehen das anders.
Dadurch zählt Europa inzwischen zu den strengsten Regionen weltweit für Prognosemarkt-Plattformen. Die angedrohten Geldstrafen in den Niederlanden zeigen, dass es nun nicht mehr nur um Zugangssperren geht, sondern auch um dauerhaften juristischen Druck.
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