Bitcoin ist diese Woche stark gestiegen und hat kurz die Marke von 70.000 USD fast erreicht. Danach ist der Kurs aber wieder etwas gefallen. In der Community wird jetzt diskutiert: Hat Bitcoin den Boden endlich gefunden oder ist das nur ein neuer Zwischenanstieg in einem größeren Bärenmarkt?
Viele Daten aus On-Chain-, Derivate- und institutionellen Bereichen zeigen erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Trotzdem gibt es noch wichtige Signale, die eher auf eine zerbrechliche Erholung als auf eine bestätigte bullische Umkehr hindeuten.
Die Positionen im Bitcoin-Optionsmarkt haben sich laut der GEX-Heatmap von Glassnode zuletzt in einen sogenannten negativen Gammabereich verschoben.
Einfach gesagt misst Gamma, wie Optionshändler ihr Risiko absichern. Wenn sich Bitcoin im negativen Gammabereich befindet, verstärkt das Absichern der Händler die Kursbewegungen.
Das bedeutet, sowohl starke Anstiege als auch schnelle Verkäufe können sehr plötzlich passieren.
Die Heatmap zeigt zudem, dass es über dem aktuellen Kurs weniger starke Widerstände – sogenannte Gamma-Walls – gibt. Das sorgt dafür, dass der Kurs leichter steigen kann. Deshalb ist der Bitcoin-Kurs zuletzt schnell gestiegen.
Allerdings bedeutet das auch, dass der Markt im Moment wenig stabil ist.
Ohne starke Absicherungen bleiben Kursbewegungen unsicher und können sich leicht wieder umkehren.
Daten von CryptoQuant zeigen, dass die offensichtliche Bitcoin-Nachfrage – also die Netto-Akkumulation im Vergleich zum neuen Angebot – zum ersten Mal seit November wieder positiv ist.
Das ist ein wichtiges erstes Signal. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, zeigt das, dass Käufer die Coins von den Verkäufern aufnehmen.
Dennoch: Ein einziges positives Signal bedeutet noch nicht, dass die Erholung sicher ist. In vergangenen Bärenmärkten gab es oft kurzfristig mehr Nachfrage, bevor der Markt sich weiter beruhigt hat.
Bestätigt wäre die Entwicklung erst, wenn es über mehrere Wochen einen anhaltenden Nachfragetrend gibt.
Ein weiteres wichtiges Signal zeigen CryptoQuants Daten zu Gewinn und Verlust bei Kurzzeithaltern. Dabei wird betrachtet, ob neue Anleger ihre Coins mit Gewinn oder Verlust verkaufen.
Laut den Daten verkaufen Kurzzeithalter seit Ende Januar durchgehend mit Verlust. Besonders große Verlustspitzen gab es Anfang Februar und vor Kurzem wieder.
Dieses Verhalten nennt man Kapitulation. Dabei steigen schwächere Anleger aus. Das kommt oft am Markttiefpunkt vor, weil stärkere Käufer diese Coins aufnehmen.
Das Signal hat sich allerdings noch nicht komplett gedreht.
Solange Kurzzeithalter nicht wieder mit Gewinn verkaufen, warnen Analysten: Solche Anstiege können zu „Exit Liquidity“ werden. Dann verkaufen Anleger in die Stärke hinein, anstatt den Coin zu halten.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) von Bitcoin, also ein Momentum-Indikator, hat sich nach sehr überverkauften Werten Anfang Februar wieder erholt. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck abgenommen hat.
In der Vergangenheit führten solche RSI-Erholungen oft zu kurzfristigen Anstiegen.
Daten zur Quartals-Performance zeigen auch, dass Bitcoin selten in mehreren Quartalen hintereinander hohe Verluste erleidet.
Dieses Muster garantiert zwar keinen Boden, deutet aber darauf hin, dass der Markt sich gerade stabilisieren könnte.
Die Positionen institutioneller Anleger bleiben weiterhin ein wichtiger Faktor. Früheren Daten zufolge gab es bei den Bitcoin-ETFs anhaltende Abflüsse, und SEC-Dokumente zeigen, dass große Investmentberater und Hedgefonds Ende 2025 ihr Engagement stark reduziert haben.
Dies zeigt, dass die Nachfrage von großen Investoren noch nicht komplett zurück ist. Starke bullische Phasen brauchen meistens regelmäßigen Zufluss von solchen Investoren.
Bitcoin zeigt gerade einige frühe Zeichen für ein mögliches Tief. Die Nachfrage am Spotmarkt wird besser, die Aufgabe durch Verkäufer scheint aufgenommen zu werden, und technische Zeichen zeigen, dass der Verkaufsdruck nachlässt.
Allerdings fehlen noch immer wichtige Bestätigungszeichen.
Kurzzeithalter sind weiterhin im Minus, die Zuflüsse von großen Investoren bleiben schwach, und bei Optionen sieht der Markt noch unsicher aus.
Momentan wirkt die Aufwärtsbewegung bei Bitcoin eher wie eine kurze Erholung und nicht wie eine bestätigte bullische Umkehr.
Für eine nachhaltige Erholung braucht es wahrscheinlich mehr Nachfrage, frische Zuflüsse von großen Investoren und einen stabilen Kurs über wichtigen Widerstandszonen.
Der Beitrag Bitcoin-Kurs springt zurück Richtung 70.000 USD – Ist das nur eine kurze Erholung oder der Start zu einem bullischen Lauf? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

