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Krypto-Ausblick 2026: Was erwartet dich?

2026/02/27 15:00
8 Min. Lesezeit

Als 2026 begann, stand die Krypto-Branche an einer besonderen Schwelle. Die aufregenden institutionellen Wellen aus 2024 und 2025 sind vorbeigezogen und haben eine Landschaft hinterlassen, die sich dauerhaft verändert hat. Wir sind nicht mehr im wilden Westen der digitalen Finanzen, aber wir sind auch noch nicht bei einer weltweit stabilen Einigung angekommen.

Stattdessen zeigt sich 2026 als ein Jahr der Gegensätze: Ein Rekordwachstum bei der Infrastruktur trifft auf geopolitische Unsicherheit. Zudem gibt es immer mehr eigenständige KI-Agenten, die handeln, während die klassischen Regulierer an Einfluss verlieren.

Um die komplexen Signale dieses neuen Jahres besser zu verstehen, hat BeInCrypto einige wichtige Persönlichkeiten der Branche an einen Tisch geholt, die das Krypto-Ökosystem von innen gestalten. Wir teilen die Einsichten von Fernando Lillo Aranda (Marketing Director bei Zoomex), Vivien Lin (Chief Product Officer bei BingX), Griffin Ardern (Chef von BloFin Research & Options Desk), Dorian Vincileoni (Head of Regional Growth bei Kraken), Federico Variola (CEO von Phemex), Mike Williams (Chief Communication Officer bei Toobit) und Michael Ivanov (CEO von Arcanum Foundation).

Ihr gemeinsamer Tenor? Die Zeit des einfachen Geldes durch Hype ist vorbei. Nun beginnt die Ära der Systeme, der Annäherung und der harten Realitätsprüfungen.

2026 im Fokus: Stabiles Wachstum oder unsichere Zukunft?

Die ersten Monate im Jahr 2026 fühlen sich anders an. Die starke Euphorie früherer Bullenmärkte wurde von einer schwereren, planvolleren Stimmung abgelöst. Die große Frage aller Investoren ist, ob 2026 ein echtes Ausnahmejahr wird oder ein Sturm bevorsteht.

Fernando Lillo Aranda, Marketing Director bei Zoomex, meint, dass das Narrativ eines 2026-Bullenmarkts letztes Jahr stark befeuert wurde. Allerdings verlangt die aktuelle Lage viel genauere Aufmerksamkeit. Er erklärt, dass der Markt nicht mehr nur durch die Stimmung der Einzelanleger geprägt wird, sondern durch unsichtbare Kräfte und komplexe institutionelle Strategien im Hintergrund.

Lillo Aranda beobachtet:

Lillo Aranda merkt an, dass der Dezember wie üblich langsam war. Zu Beginn des Jahres 2026 zeigen sich allerdings positive Entwicklungen. „Der Markt ist strukturell stabiler als in früheren Zyklen, bleibt jedoch lebendig und bietet Chancen“, erklärt er. Zudem betont er, dass 2026 das Jahr ist, in dem man „am Ball bleiben und aktiv handeln sollte, da es Dynamik, Liquidität und Volatilität gibt, die genutzt werden können“.

Allerdings sehen nicht alle die Zukunft so optimistisch. Mike Williams, Chief Communication Officer bei Toobit, bringt eine realistische Sichtweise mit Fokus auf die Weltlage ein. Seiner Meinung nach ist der Markt eng mit dem aktuellen Chaos und den Unsicherheiten weltweit verbunden. Williams warnt:

Dieses Hin und Her zwischen starker Basis (Zoomex) und Unsicherheit durch globale Ereignisse (Toobit) bereitet das Feld für das, was Griffin Ardern von BloFin den „Matthäus-Effekt“ nennt – einen Verweis darauf, dass die Starken immer stärker werden. Ardern meint, wir befinden uns in einer Phase reifen Wachstums, die aber vor allem den großen Akteuren Vorteile verschafft.

„Der Kryptomarkt ist schon auf dem Weg zu reifem Wachstum, könnte aber immer weiter vom ‚Matthäus-Effekt‘ geprägt werden“, erklärt Ardern.

Ardern sieht für Altcoins 2026 ein schwieriges Jahr. Durch lockerere Regeln meiden hochwertige Projekte Token-Launches und lassen sich lieber an US-Börsen listen. Dadurch könnten „höhere Risiken und geringere Attraktivität“ bei Token übrigbleiben. Das vertieft die Kluft zwischen den etablierten Projekten und dem Rest des Markts.

Mehr als Hype: Diese Storys sind jetzt entscheidend

2021 stand im Zeichen der NFTs, 2024 ging es um ETFs. Doch welches Thema prägt 2026? Die Antworten unserer Experten zeigen eine klare Verschiebung von Spekulation hin zu echter Funktion – speziell rund um Künstliche Intelligenz.

Vivien Lin, Chief Product Officer bei BingX, bringt vielleicht die futuristischste, aber auch greifbarste Vorhersage des Jahres. Sie glaubt, dass sich das Thema vom Menschen, der mit Krypto handelt, auf KI, die mit Krypto arbeitet, verschoben hat.

„Krypto ist mehr als nur ein Finanzexperiment und wird zur Vertrauens- und Abwicklungsschicht für Systeme mit KI“, sagt Lin.

Für Lin ist die wichtigste Innovation 2026 kein neuer Memecoin, sondern die Infrastruktur, die KI sicher macht. „2026 geht es im Krypto-Markt nicht mehr um Spekulation, sondern darum, dass KI die Komplexität vereinfacht… Das Zusammenspiel von KI und Krypto bestimmt, wie die nächste Generation von digitalen und finanziellen Diensten entsteht.“

Michael Ivanov, CEO der Arcanum Foundation, stimmt zu, dass KI im Mittelpunkt steht, aber er legt sich nicht auf ein einziges Narrativ für 2026 fest. Er sieht gleich drei Innovationen als Triebkräfte für die Branche.

„Wir sehen 2026 kein einzelnes Narrativ“, sagt Ivanov.

„Es passiert zu viel Spannendes: Blockchains mit KI, die Einführung von Real World Assets und außerdem neue Web3-Gaming-Projekte.“

Während KI und Gaming starke Technologiethemen sind, sagt Federico Variola, CEO von Phemex, dass das große Thema eigentlich die Rückkehr zu wirtschaftlicher Vernunft ist. Nach Jahren voller unrealistischer Versprechen kommen 2026 die Abrechnungen und nur wirklich rentable Protokolle bestehen.

Variola sagt deutlich:

Diese Meinung hört man überall: Der Markt ist erwachsen geworden. Egal ob Toobits Mike Williams meint, dass „Massenadoption durch Verständnis“ und nicht durch Hype angetrieben wird, oder ob Phemex nach „echten Einnahmen“ ruft – die Botschaft ist klar. Die Zeit, in der man mit einem Whitepaper schnell reich werden konnte, ist vorbei. Jetzt beginnt die Zeit der Produkte, die wirklich Gewinne bringen.

Puls der Märkte: Wer bewegt den Kurs?

Mehr als ein Jahrzehnt lang waren Kleinanleger, die Degens, die echten Gläubigen und die Leute aus den Foren die unbestrittenen Könige der Krypto-Welt. Aber nachdem Mitte der 2020er so viele große institutionelle Gelder in den Markt kamen, fragt man sich: Sind die Kleinanleger jetzt nutzlos geworden?

Die meisten sind sich einig: „Nein“, aber ihre Rolle hat sich stark verändert.

BloFins Griffin Ardern erklärt einen wichtigen Unterschied. Zwar sind Kleinanleger noch dabei, aber dadurch, dass viele Projekte jetzt an klassischen Börsen („Main Street“) gelistet werden, werden Talent und Kapital aus der On-Chain-Token-Welt abgezogen. Das stärkt die Vormacht von Bitcoin und Ethereum, die jetzt vor allem bei Institutionen beliebt sind.

Doch Mike Williams von Toobit sieht einen Unterschied zwischen den Regionen. Während der Markt in den USA stark von Institutionen geprägt ist, bleibt Europa ein Ort, an dem noch viele Einzelpersonen investieren.

Williams sagt:

Michael Ivanov von der Arcanum Foundation bleibt bullisch beim Thema Kleinanleger und glaubt, dass 2026 wieder mehr Einzelne mitmachen – wenn die Branche endlich ihr Problem mit der Nutzererfahrung (UX) löst.

„Wir sehen Interesse von Kleinanlegern und das wird dieses Jahr ein guter Trend, um deren Einstieg einfacher zu machen“, sagt Ivanov.

Die Aussage dahinter ist klar: Die Kleinanleger sind nicht weg, sie warten auf Tools, mit denen sie so einfach wie mit einer Banking-App investieren können. Das passt auch zu Vivien Lins Aussage, dass KI bald vieles einfacher macht.

Überlebensguide: Strategische Tipps für 2026

Wenn man sich das anschaut – die Macht der Institutionen, der Einfluss von KI und die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten – stellt sich die Frage: Wie sollte ein cleverer Anleger im Januar sein Portfolio neu ausrichten? Unsere Experten haben Tipps, die ganz anders sind als das alte „billig kaufen, teuer verkaufen“.

Der wichtigste neue Denkansatz kommt von Krakens Dorian Vincileoni, Chef für Regionalwachstum. Sein Rat: Aufhören, nur auf Kurs-Ticker zu schauen, und stattdessen die Infrastruktur ansehen.

„Denkt an Systeme, nicht an einzelne Werte“, rät Vincileoni.

Vincileoni fordert die Anleger auf, sich vom Lärm der kurzfristigen Narrative nicht ablenken zu lassen.

Griffin Ardern von BloFin geht noch mehr von der Weltwirtschaft aus. Da Währungen immer stärker politisch werden, empfiehlt er, was er „strikte Streuung“ nennt.

„Aufgrund der aktuellen geopolitischen Risiken werden ‚grenzüberschreitende Vermögenswerte‘ oder ‚Offshore-Vermögenswerte‘ bevorzugt, die nicht von Finanz- oder Geldpolitik betroffen sind“, sagt Ardern.

Er empfiehlt, nicht nur auf Krypto und Aktien zu setzen, sondern auch auf Edelmetalle, Rohstoffe und sogar auf verschiedene Währungen.

Michael Ivanov (Arcanum) und Mike Williams (Toobit) betonen beide die Psychologie beim Handel im Jahr 2026. Weil der Markt schneller ist als der Mensch reagieren kann, bringt es nichts, nur nach Gefühl zu handeln. Ivanov meint:

Williams sieht das genauso und erinnert daran, dass Strategie immer wichtiger ist als Schwankungen: „Mach einen Unterschied zwischen deinen Zielen für kurze und für lange Zeit… Passe deine Strategie nicht nur wegen der Marktbewegungen an, sondern danach.“

Fazit: Willkommen im Krypto-Industriezeitalter

Wenn wir auf 2026 schauen, zeigen die Meinungen von Zoomex, BingX, BloFin, Kraken, Phemex, Toobit und Arcanum ein klares Bild: Die Krypto-Branche ist nicht nur gewachsen, sondern zu einem wichtigen Teil der weltweiten Finanzwelt geworden.

Wir treten ein in die Zeit der „industriellen Krypto“. Das ist eine Phase, in der vor allem die größten Werte immer stärker werden – der Matthew-Effekt. Es ist auch eine Zeit, in der KI-Agenten wohl mehr Deals machen werden als Menschen. Und der Wert wird nicht mehr durch Community-Hype, sondern durch Einnahmen, Nutzen und Systemrelevanz bestimmt.

Für Anleger ist die Botschaft eindeutig: Die einfachen Gewinne sind vorbei. Erfolg im Jahr 2026 bringt vor allem, wenn du in Systemen denkst, dein Portfolio gegen politische Krisen absicherst und dich auf das langweilige, aber gesunde Wachstum konzentrierst. Die Schwankungen bleiben – doch das Spiel hat sich geändert.

Ein besonderer Dank an Fernando Lillo Aranda, Vivien Lin, Griffin Ardern, Dorian Vincileoni, Federico Variola, Mike Williams und Michael Ivanov für ihre Beiträge zu diesem Bericht.

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