Wichtigste Erkenntnisse
Zero Hash hat beim Office of the Comptroller of the Currency einen Antrag auf eine nationale Treuhandbanklizenz gestellt – ein Schritt, der das Infrastrukturunternehmen für digitale Vermögenswerte unter einen einzigen bundesstaatlichen Regulierungsrahmen stellen würde und die Flickenteppich-Anforderungen für Geldtransferlizenzen auf Landesebene umgehen würde.
Die geplante Einheit, Zero Hash National Trust Bank, würde Verwahrungsdienste sowohl für digitale Vermögenswerte als auch für Fiat-Währungen, Verwahrungsstaking, Transferagentendienste und Stablecoin-Management anbieten. Stephen Gardner, derzeitiger Chief Legal Officer von Zero Hash, ist als vorgeschlagener CEO der Treuhandbank genannt.
Der Antrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die OCC zu einem bevorzugten Ziel für Krypto-nahe Unternehmen geworden ist, die institutionelle Legitimität anstreben. Ende 2025 und Anfang 2026 erteilte die Aufsichtsbehörde bedingte Genehmigungen an Circle, Ripple, BitGo, Paxos, Fidelity Digital Assets, Stripes Bridge und Crypto.com. Coinbase und das Trump-verbundene World Liberty Financial haben anhängige Anträge.
Morgan Stanley trat im Februar in den Wettbewerb ein und reichte am 18. desselben Monats einen Antrag für einen "Morgan Stanley Digital Trust" ein. Die Bank plant bemerkenswerterweise, die Infrastruktur von Zero Hash zu nutzen, um Spot-Krypto-Handel für ihre E*Trade-Kunden einzuführen – was die zunehmende Verflechtung zwischen traditionellen Finanzen und dem digitalen Vermögenssektor unterstreicht.
Für Zero Hash würde eine Bundeslizenz bedeuten, unter einem einheitlichen Regulierungsrahmen zu operieren und, entscheidend, von der bundesstaatlichen Vorrangstellung gegenüber bestimmten Landesgesetzen zu profitieren. Nationale Treuhandbanken sind ein engeres Instrument als Geschäftsbanken – sie nehmen im Allgemeinen keine versicherten Einlagen an oder vergeben keine Geschäftskredite – aber die regulatorische Effizienz, die sie in allen 50 Bundesstaaten bieten, ist erheblich.
Nicht jeder betrachtet diesen Trend positiv. Das Bank Policy Institute und die Independent Community Bankers of America haben sich gewehrt und argumentiert, dass diese Unternehmen eine leichtere Regulierung anstreben, während sie effektiv bankähnliche Produkte anbieten. Ihre Sorge ist, dass die Lizenzen die gesetzliche Definition dessen, was eine Bank ist, verwischen und dass der kumulative Effekt das systemische Risiko im gesamten Finanzsystem erhöhen könnte.
Auch Verbraucherschützer haben Einwände erhoben. Die National Community Reinvestment Coalition hat sich gegen ähnliche Anträge von Ripple und Crypto.com ausgesprochen und auf das Fehlen grundlegender Verbraucherschutzmaßnahmen hingewiesen, die traditionelle Bankbeziehungen begleiten.
Befürworter kontern, dass Bundeslizenzen das strukturelle Rückgrat bieten, das die institutionelle Akzeptanz digitaler Vermögenswerte erfordert – und bankübliche Verwahrungs- und Governance-Standards in einen Sektor bringen, der lange in einer Grauzone operiert hat. Ob Regulierungsbehörden letztendlich zustimmen, wird bestimmen, wie viel Boden Krypto-Infrastrukturunternehmen im traditionellen Finanzsystem gewinnen.
Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur zu Bildungszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Coindoo.com unterstützt oder empfiehlt keine spezifische Anlagestrategie oder Kryptowährung. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
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