Gold setzte seinen Ausverkauf am Freitag fort und fiel um 3,5 Prozent auf bis zu 4.488 US-Dollar je Unze. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 11 Prozent und markiert damit den größten Wochenverlust seit 1983.
Seit dem 28. Februar liegt Gold mehr als 15 Prozent tiefer und gibt damit einen relevanten Teil der vorherigen Rallye ab, die den Preis Ende Januar bis in den Bereich um 5.500 US-Dollar getragen hatte.
In einer früheren Abwärtswelle Ende Januar wurden laut MacroMicro binnen weniger Tage bereits mehr als 2 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung aus dem Goldmarkt abgebaut.
Der Abverkauf findet in einem Umfeld aus geopolitischem Stress und restriktiver Geldpolitik statt. Der Konflikt mit dem Iran belastet die Risikostimmung und trifft besonders den Energiesektor, weil Störungen globaler Ölflüsse rund um die Straße von Hormus im Raum stehen.
Gleichzeitig preist der Markt ein, dass die US-Notenbank die Zinsen in diesem Jahr nicht senkt. Das erhöht die relative Attraktivität von zinstragenden Anlagen gegenüber einem Asset ohne laufende Rendite. Fed-Chef Jerome Powell betonte zudem, dass höhere Energiepreise die Inflation zumindest kurzfristig nach oben drücken.
Am Kryptomarkt zeigen sich die gleichen Stresssignale, nur komprimiert. Bitcoin (BTC) pendelt zwischen hohen 60.000 und niedrigen 70.000 US-Dollar und verlor zuletzt mehr als 4 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung des gesamten Marktes bewegt sich laut Coingecko in einer Bandbreite von 2,4 bis 2,5 Billionen US-Dollar.
Gleichzeitig steigt die Bitcoin-Dominanz Daten von CoinGlass zufolge auf über 58 Prozent. Das bedeutet: Innerhalb des Kryptomarktes gewinnt Bitcoin relativ an Gewicht. Altcoins verlieren im gleichen Zeitraum Marktanteile, da sich das Kapital im liquidesten Asset des Sektors konzentriert. Die Marktstruktur verschiebt sich damit klar zugunsten von Bitcoin.
Der Bitcoin-Kurs notiert aktuell bei etwa 70.580 US-Dollar. Quelle: CoinMarketCap
Im 12-Monats-Vergleich zeigt sich ein klarer Abstand: Gold liegt mit plus 48,5 Prozent deutlich vorn, Bitcoin steht im selben Zeitraum bei minus 16,5 Prozent. Im kurzfristigen Stressfenster seit den ersten Angriffen Ende Februar drehen die Vorzeichen jedoch:
Bitcoin steigt um 11,6 Prozent auf rund 70.580 US-Dollar, während Gold kräftig nachgibt. Auch innerhalb der Edelmetalle ist die Streuung groß. Silber fällt im Monatsverlauf rund 20 Prozent zurück in den Bereich unter 70 US-Dollar je Unze, nachdem es zuvor höher notierte.
Als „Store of Value“ gilt ein Vermögenswert, der Kaufkraft über Zeit erhalten soll. Doch dieser Status ist kein fester Stempel, sondern abhängig von Liquidität, Zinsen und Marktstruktur. Ein Wochenverlust von 11 Prozent bei Gold zeigt, dass selbst das klassische Absicherungsasset empfindlich auf steigende Renditeerwartungen und Inflationsdruck reagiert.
Die aktuellen Kapitalströme deuten darauf hin, dass im momentanen Stressumfeld eher Bitcoin als Gold im relativen Fokus steht. Während Gold zweistellig fällt, steigt Bitcoin im gleichen Zeitraum und gewinnt Marktanteile innerhalb des Kryptomarktes.
Der konkrete Prüfstein ist daher messbar: Wie stark fällt ein Asset in Stressphasen, wie schnell stabilisiert es sich und wohin fließt Kapital innerhalb des Marktes? Wer Gold und Krypto bewertet, sollte genau diese drei Faktoren vergleichen. Nicht das Label entscheidet, sondern die Reaktion im Stresstest.
😱 Der Kryptomarkt und Gold stürzen ab, der Ölpreis geht durch die Decke - wo führt das alles hin?
Bitcoin2Go-Chef Mirco gibt klare Prognosemodelle ab und fasst die Lage zusammen, schau Dir unbedingt das aktuelle Youtube-Video an!


