Der Gouverneur der Federal Reserve, Stephen Miran, hat seine Erwartung von vier Zinssenkungen im Jahr 2026 bekräftigt und steht damit im scharfen Gegensatz zur eigenen Medianprognose der Fed von nur einer Senkung in diesem Jahr. Der dovische Außenseiter im Federal Open Market Committee wird am 25. März auf dem Digital Asset Summit in New York sprechen, was seine Haltung für Krypto-Investoren, die in einem von extremer Angst geprägten Markt nach politischen Signalen suchen, direkt relevant macht.
Fed-Prognose · Gov. Milan
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Zinssenkungen erwartet in 2026
Miran, in asiatischen Medienberichten oft als „Milan" transliteriert, erklärte unmissverständlich, dass für 2026 weiterhin vier Zinssenkungen erwartet werden, was einer Gesamtlockerung von 100 Basispunkten entspricht. Er warnte davor, politische Entscheidungen auf Basis kurzfristiger Schlagzeilen zu treffen, und argumentierte, dass steigende Ölpreise sich noch nicht in tatsächlicher Inflation niedergeschlagen haben.
Die Fed hielt die Zinsen bei ihrer FOMC-Sitzung am 18.03.2026 stabil. Miran widersprach und stimmte für eine Senkung um 25 Basispunkte. Er hat bei jeder FOMC-Sitzung seit seiner Bestätigung widersprochen, was ihn zum beharrlichsten Befürworter einer schnelleren Lockerung im Gremium macht.
Sein dovisches Argument basiert auf einem technischen Standpunkt: Die Wohnkosteninflation sinkt schneller als die PCE-Daten widerspiegeln, und kalkulatorische Dienstleistungskosten erhöhen die Messwerte künstlich um etwa 40 Basispunkte. Aus Mirans Sicht liegt die zugrunde liegende Inflation bereits nahe am 2%-Ziel.
Fed-Vorsitzender Jerome Powell zeichnete nach der Märzsitzung ein anderes Bild und stellte fest, dass vier oder fünf FOMC-Mitglieder ihre Erwartung von zwei Senkungen auf nur eine reduziert haben. Der offizielle Median blieb bei einer Senkung für 2026, und die Fed erhöhte ihre Inflationsprognose auf 2,7%.
Die Kluft zwischen Mirans Vier-Senkungen-Ansicht und dem Ein-Senkung-Median des Ausschusses ist die größte interne Divergenz in der Zinspolitik in jüngster Erinnerung. Für Händler, die institutionelle Entwicklungen rund um Krypto-ETFs verfolgen, stellt sich die Frage, ob Mirans Position darstellt, wohin sich der Ausschuss bewegt oder wohin er sich weigert zu gehen.
Zinssenkungen reduzieren die Opportunitätskosten für das Halten von nicht-ertragbringenden Vermögenswerten wie Bitcoin. In früheren Lockerungszyklen, insbesondere bei der Fed-Wende 2019 und den Notfallsenkungen 2020, legten Kryptomärkte zu, als günstigeres Kapital in Risikowerte floss und der Dollar schwächelte.
Das aktuelle Umfeld ist das Gegenteil. Bitcoin fiel nach der Halteentscheidung vom 18.03.2026 unter 72.000 $. Die gesamten Krypto-Liquidationen erreichten in den 24 Stunden nach der Ankündigung 451,93 Millionen $, davon 382 Millionen $ auf der Long-Seite, was erheblichen Abwärtsdruck widerspiegelt.
Der Fear & Greed Index liegt bei 8 von 100, tief im „Extreme Fear"-Bereich. Einige Händler haben die Erwartungen für Zinssenkungen vollständig auf 2027 verschoben. Vor diesem Hintergrund ist ein amtierender Fed-Gouverneur, der eine Vier-Senkungen-Prognose aufrechterhält, ein bemerkenswertes Gegensignal, auch wenn es eine Minderheitsmeinung bleibt.
Würde Mirans Prognose bei anderen FOMC-Mitgliedern Anklang finden, würde dies 100 Basispunkte Lockerung bedeuten, ein Niveau, das historisch die Finanzbedingungen ausreichend lockert, um Rallyes bei Risikowerten zu unterstützen. Märkte, die auf Altcoin-Ausbruchsmuster und breitere Krypto-Dynamik achten, würden wahrscheinlich erneuerte Zuflüsse sehen, wenn sich der Zinspfad dovisch verschieben würde.
Allerdings bleibt dies ein makroökonomischer Rückenwind, kein garantierter Katalysator. Die offizielle Position der Fed ist eine Senkung, und eine Inflation von 2,7% gibt den Hawks im Ausschuss ausreichend Grund, standhaft zu bleiben.
Das FOMC hat sechs verbleibende Sitzungen in 2026. Jede ist ein potenzieller Wendepunkt, aber die Daten zwischen den Sitzungen sind wichtiger als die Sitzungen selbst. Kommende Verbraucherpreisindex- und PCE-Veröffentlichungen werden bestimmen, ob Mirans Argument, dass die Inflation durch Messbesonderheiten überbewertet wird, empirische Unterstützung gewinnt.
Der Arbeitsmarkt ist die andere Variable, die Miran genannt hat. Er argumentiert, dass dieser weiterhin geldpolitische Unterstützung benötigt. Sollte sich das Beschäftigungswachstum in den nächsten beiden Non-Farm Payrolls-Berichten erheblich verlangsamen, könnten andere FOMC-Mitglieder beginnen, sich seiner Position anzunähern.
Mirans Auftritt auf dem Digital Asset Summit am 25.03.2026 ist selbst ein Signal. Er wird der erste amtierende Fed-Gouverneur sein, der auf einer großen Krypto-fokussierten Konferenz spricht, ein Schritt, der institutionelle Offenheit gegenüber digitalen Vermögenswerten andeutet, auch wenn die breitere politische Haltung restriktiv bleibt.
Derzeit weisen der Konsens der Fed und Mirans Prognose in dieselbe Richtung, aber mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Die nächste PCE-Inflationsveröffentlichung und die Mai-FOMC-Sitzung werden zeigen, ob sich die Kluft verengt oder erweitert.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährung und digitale Vermögensmärkte bergen erhebliche Risiken. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch, bevor Sie Entscheidungen treffen.


